
Wir alle haben immer wieder Schwierigkeiten Entscheidungen zu treffen. Manchmal wollen wir uns einfach nicht entscheiden, denn dummerweise scheinen wir Menschen die Angewohnheit zu haben, mehr auf den mit der Entscheidung verbundenen Verlust zu achten und diesem hinterher zu trauern, als eben auf das Objekt unserer Fürwahl. Dies führt wie der amerikanische Verhaltensökonom und Forscher Dan Ariely eindrucksvoll belegen konnte, zu noch viel größerem Verlust.
In einem seiner Experimente ging es darum, wie wir Entscheidungen treffen und er stelle fest, dass wir uns oft vielmehr auf das konzentrieren, was wir bei dem Treffen einer Entscheidung verlieren könnten, als auf das, was wir womöglich gewinnen. Natürlich ist es ja so: Zum Beispiel entscheidet man sich für einen Partner und schließt damit die anderen Anwärter aus. Zumindest sollte es so sein.
Das Experiment sah wie folgt aus:
Es war ein Experiment am Computer, recht simpel gestrickt. Die Probanden sahen drei Türen - Rot, Grün, Blau. Auf eine davon durften sie klicken, dann öffnete sich ein Raum mit drei weiteren Türen. Wieder Rot, Grün, Blau. In jedem dieser Räume lag etwas Geld in unterschiedlicher Höhe. Es galt also jene Tür zu finden, hinter denen besonders viel Geld lag, um so seinen Gewinn zu maximieren. Dazu blieben den Probanden insgesamt je 100 Klicks.
Vordergründig ging es also darum, eine Entscheidungsstrategie zu entwickeln, ein System zu entedecken, um so mit seinen begrenzten Optionen das meiste herauszuholen. Einfach wahllos hin und her klicken verringerte eher die Gewinnchancen.
Nun wendete Ariely einen perfiden Trick an: Falls eine bestimmte Tür zwölf Mal nicht angeklickt wurde, verschwand sie einfach. Effekt: Sobald die Teilnehmer die Funktion bemerkten, begannen sie wild umher zu klicken, um ja zu vermeiden, dass sich eine Tür dauerhaft schloss. Natürlich verballerten sie dabei einen Haufen Klicks und schmälerten schließlich ihren Gewinn. Mehr noch: Hätten sie einfach weiter gemacht wie bisher (und wären ihren Entscheidungen treu geblieben), hätten sie ein Maximum erzielt.
Man könnte auch sagen: schön blöd!
Es ist also ziemlich leichtsinnig sich ein Hintertürchen aufhalten zu wollen. Ich kenne ein paar Leute, die alleine sind und keinen Partner haben, weil sie immer wieder gedacht haben, dass wenn sie sich jetzt entscheiden für das was sie haben, sie möglicherweise etwas besseres was evtl. noch kommen könnte verpassen würden. Nun ist es für sie schwieriger jemanden kennen zu lernen und der Zug ist so gut wie abgefahren. Es ist wahrscheinlich die Gier und ein Mangel an Dankbarkeit, die uns diese Angst vor dem Verlust macht.
Vielleicht sollte man sich in Zukunft fragen, ob es wirklich so viel mehr bringt, wenn man sich das nächste Mal ein paar Türen offen halten will.
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