Mittwoch, 19. August 2009

Aus der Dunkelheit - Auf einer Ranch lehren Pferde Brasiliens Straßenkinder, was Leben wirklich bedeutet...

Heute möchte ich euch eine Geschichte erzählen, die mich sehr bewegt und zum Nachdenken angeregt hat:


Camaro hat noch nie in einem Bett geschlafen. Er tut es auch hier nicht: Nachts rollt sich der Junge unter einer Bank zusammen, die er an die hinterste Wand seines Zimmers geschoben hat. Er muss die Tür im Auge behalten. Die Tür - und all die Schrecken, die durch sie hindurchschleichen könnten, wenn es Nacht wird und die Träume kommen. Camaro ist elf, und er hat sein ganzes Leben auf den Straßen Rio de Janeiros verbracht. Als die Sozialarbeiter ihn aufgriffen, hauste er in einem Bahnschacht. Er besaß eine Hose, zwei Messer und eine Drahtschlinge. Er kannte jeden schmutzigen Trick, um auf den Straßen zu überleben, und er hatte alles gesehen, was diese Welt an Grausamkeit und Gewalt bereithält. Camaro kannte alles - doch nichts von dem, was ein Kind kennen sollte.


"Sie ihn dir an! Sieh ihn dir genau an und überlege, was du tun musst, damit er zu dir kommt." Unsicher steht Camaro in dem kleinen Holzpferch - seit Stunden versucht er, den goldenen Hengst einzufangen, doch das Pferd ergreift immer wieder die Flucht. Der Junge ist wütend: Seit einem halben Jahr lebt er inzwischen auf der ,,Fazenda Barreiro". Der Besitzer der Ranch, ein alter Mann namens Joaquim Campos Cabral, nimmt seit Jahren Staßenkinder auf und lehrt sie, was Leben wirklich bedeutet. Nicht dadurch, dass er Vorträge hält - sondern einfach, indem er die Kinder mit seinen Tieren arbeiten lässt. ,, Tiere erkennen die Wahrheit", sagt er. ,,Sie sehen durch alle Lügen hindurch und legen unsere Seele bloß. Wir können uns vor ihnen nicht verstellen, wie können einfach nur ehrlich sein. ,,Lächelnd wirft der Mann einen Blick auf Camaro - er weiß, heute wird der Junge kein Glück haben mit dem Hengst. Er hat noch lange nicht begriffen, worum es wirklich geht.


Noch zwei Wochen stapft Camaro immer wieder wutentbrannt aus dem Pferch. Er versucht das Pferd mit einem langen Seil einzufangen; mit Futter, Wasser , Drohungen und Versprechungen. Stunde um Stunde verflucht er den Hengst - und dann kommt der Moment, in dem der Junge kapituliert: Schluchzend hockt er sich in den Staub; er ist wütend, enttäuscht und fühlt sich verletzt wie nie zuvor in seinem Leben. Elf Jahre hat er auf den Straßen überlebt - und doch gelingt es einem Pferd ihn über alle Grenzen zu treiben. Camaro hat nie geweint, aber in dem Moment rinnen Tränen über sein Gesicht, und während er so dort sitzt, hält der Hengst inne. Vorsichtig tritt er an den Jungen heran, und als Camaro die Hand ausstreckt, ist das Pferd noch immer da. Einen Monat später reitet er zum ersten Mal den goldenen Hengst. Das Pferd verleiht ihm Flügel, es trägt ihn vor der Dunkelheit davon- und zum ersten Mal ist Camaro schneller als all die dunklen Träume...

D. Teves

Dienstag, 18. August 2009

Heute schon gelacht?


Lachen ist gesund! Es lockert die Muskeln, befreit aufgestaute Emotionen, setzt Glückshormone frei. Kinder beherrschen diese Gefühlsäußerung am besten. Sie lachen laut wissenschaftlicher Untersuchung rund 400 Mal am Tag. Erwachsene lachen nur 15 Mal am Tag – viel zu selten, sagen Experten. Einmal Lachen ist so gesund wie 20 Minuten joggen!
Lachen macht nicht nur gesund, es verbindet auch. Habt ihr schon einmal ausprobiert jemanden in der U-Bahn oder im Bus anzulächeln? Er freut sich darüber, es verschönert seinen und euren Tag und macht die manchmal so langweilige und unangenehme Fahrt mit den Öffentlichen gleich viel angenehmer. Nicht umsonst heißt es im Volksmund: Ein Lächeln ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen.

Also probiert ruhig mal aus, was dieser Mann in einer U-Bahn ausprobiert hat! Viel Spaß dabei!

Montag, 17. August 2009

Was Pfaue, Köche und Frauen gemeinsam haben…

Es gibt einen ganz bestimmten Grund warum wir in Kauf nehmen nur kleine Schritte machen zu können, Fußschmerzen zu haben und nachher unseren Rücken deutlicher zu spüren.
Dabei könnten wir es viel einfacher haben und bequeme flache Schuhe tragen.

Aber nicht nur wir Frauen machen uns das Leben schwer. Ich habe mich schon öfters gefragt warum z.B. Köche ausgerechnet weiße Schürzen tragen, wo sie doch ständig der Gefahr ausgesetzt sind mit Eigelb, Schokolade und Tomatensaft hartnäckige Flecke zu verursachen.

Man glaubt es kaum, aber es ist genau aus dem selben Grund aus dem wir Frauen uns mit Stilettos durch die Welt quälen. Weil es wirkt!
Tatsächlich erfüllt diese freiwillige Behinderung einen evolutionären Zweck. Das sogenannte Handicap-Prinzip. Dieses Prinzip geht auf das israelische Biologenpaar Amotz und Avishag Zahavi zurück, das die Theorie 1975 entwickelte. Die Beiden fragten sich unter anderem, was ein Wesen attraktiv macht und warum beispielsweise der Pfau diese wahnsinnig langen Federn hat, obwohl sie weder zum Fliegen taugen noch beim Stolzieren stützen. Bei ihren Beobachtungen fand das Forscherpaar heraus: Sexuelle Signale werden vom anderen Geschlecht vor allem dann als besonders wertvoll eingestuft, wenn sie kostenintensiv erworben und gepflegt werden müssen. Ihre These: Der Pfau steckte in einer evolutionären Zwickmühle. Sein Schwanz behindere ihn zwar, aber ohne ihn pflanzt er sich nicht fort, weil die Weibchen umso mehr auf ihn fliegen, je größer sein – naja ihr wisst schon – ist.

Was das mit Köchen und Stilettos zu tun hat? Eine ganze Menge. Denn auch der Mensch steht vor dem Dilemma, dass er zeigen muss, was für ein toller Hecht er ist. Ob nun bei der Partnerbalz oder beim Buhlen um die nächste Beförderung. Auch er wählt dazu Behinderungen – beispielsweise mithilfe von Statussymbolen oder Markenprodukten. Viele davon sind völlig nutzlos oder stellen aufgrund ihres hohen Preises zumindest ein echtes Anschaffungshandicap dar. In einen Porsche muss sein Besitzer ziemlich viel Geld investieren, obwohl der ihn genauso gut von A nach B bringen kann wie ein Fiat Panda. Der einer sündhaften Handtasche ist ja auch nicht etwa der, dass man damit etwas bequem tragen kann. Vielmehr ist es der Eindruck eines erlesenen Geschmacks, eines nunmehr leeren Portemonaies und – falls das teure Teil besonders exklusiv ist – die Zugehörigkeit zur Klasse der Fashion-Victims, was die Trägerin signalisiert. Auch eng geknüpfte Kragen mit würgenden Krawatten oder feinste Stoffe, die man garantiert in keiner handelsüblichen Waschmaschine reinigen kann, sind solche Klassensymbole.

Wer das Prinzip erst einmal verinnerlicht hat, sieht es überall. Ständig wählt der Mensch freiwillig Behinderungen, um damit zugleich zu dokumentieren: Seht her, ich kann mir diesen Tand leisten! Und tatsächlich macht ihn vieles davon in den Augen seiner Mitmenschen attraktiver. Trippelnde Frauen in Stöckelschuhen genauso wie weiß beschürzte Köche. Denn nur der wahre Meister kocht so grandios, dass ihn selbst die weiße Weste nicht behindern kann.

Just do it

Just do it! Dieser schöne Spruch begleitet uns nun schon 20 Jahre in der Werbung und oft hören wir sicherlich von Freunden, wenn wir sie um Rat fragen: „Tu es einfach!“ oder „Nun fang doch einfach mal damit an!“.

Doch leider ist das nicht immer so einfach, etwas „einfach zu tun“. Das liegt daran, dass wir uns oftmals selbst mit unseren Gedanken im Weg stehen und uns dabei mehr auf unsere Gedanken und das Versuchen konzentrieren als auf das, was wir eigentlich tun wollen. Manchmal versuchen wir eine Sache so sehr, dass wir sie letztendlich gar nicht tun, weil sie uns nicht so gelingen will, wie wir es gerne hätten.

Es ist wie mit dem Erlernen einer Sprache. Wer meint, er müsse die Sprache erst vollkommen theoretisch beherrschen, bevor er sie sprechen kann, liegt vollkommen daneben. Auch wenn das Vokabular und die Grammatik noch nicht perfekt sind – einfach drauf los sprechen und gar nicht darüber nachdenken, dass man einen Akzent oder Fehler in der Aussprache hat. Dieser wird sich durch das Sprechen mit der Zeit legen und man wird bald mit Freude feststellen wie gut man die Sprache schon beherrscht.
Sicher, man braucht auch Theorie, um Sprache schlussendlich wirklich beherrschen zu können. Doch ständige Übung ist der beste Weg. Und wohl dem, der einen Muttersprachler zur Seite hat. So erlernt man die Sprache am schnellsten und am besten.

In einem bekannten Kinofilm aus den 80er Jahren gibt es ein kleines grünes Männchen, das seinem Schüler einen wichtigen Rat gibt. Ihr Raumschiff ist in einem Morast versunken und der Meister bringt seinem Schüler bei, wie er mit der Macht, die in ihm steckt, dieses Raumschiff aus dem Morast heben kann, ohne es berühren zu müssen. Der Schüler versucht es, aber es gelingt ihm nicht und er gibt schnell auf. Sein Meister gibt ihm einen weisen Rat: „Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein versuchen!“

Auch eine weltbekannte Sportmarke hat sich diesen Slogan auf die Fahne geschrieben: Just do it, denn im Sport ist es oft genauso. Man darf nicht großartig darüber nachdenken, wer der Gegner ist, was er kann und wie man vorgehen soll. Man muss es einfach tun und nicht lange darüber nachdenken, wie und was genau jetzt getan werden muss.

Ich will damit nicht sagen, dass man gedankenlos durch die Welt gehen soll. Ganz im Gegenteil. Die Dinge, die wir tun, sollten schon sinnvoll sein und zu einem Ziel führen. Ich möchte nur anregen, die Gedanken, die uns manches Mal von Entscheidungen abhalten, abzulegen. Denn wenn wir dies tun werden wir erkennen, dass viel mehr in uns steckt als wir gedacht haben.